Sonntag, 16. Januar 2011

Ein ganz normaler Schultag

Hier nun eine weitere meiner Kurzgeschichten. Sie ist ganz anders als die Vorheringe und nichts für schwache Nerven xD

Ich wünsche viel Spaß!!!

In liebe
das kleine Ich (Isi) 

Ein ganz normaler Schultag

Ich sitze stumm auf meinem Stuhl. Meine Klassenkameraden hören still und leise unserem Lehrer zu, der irgendwas aus irgendeinem Buch vorliest. Ich lasse meinen Blick durch das  Klassenzimmer streifen. Alles ist wie immer. Unsere Stühle und Tische sind angeordnet wie ein Quadrat mit einer Tischlücke vorne, eine so zusagende Öffnung, damit der Lehrer hindurch kann. Weiter vorne steht das Lehrerpullt. Ein einsamer Tisch, für einen einsamen Menschen. Dahinter die grüne Tafel. Jedes Klassenzimmer sieht bei uns so aus. Ich schaue mir meine Mitschüler an. Gesichter wie aus Porzellan; stumm, starr und leblos. Ihre Körperhaltung zeigt pures Desinteresse. Man könnte sie als Puppen bezeichnen, die man lieblos in ein Regal gesetzt hat und langsam vor Langeweile anfangen einzustauben und zu vergehen. Auch mein Körper scheint nicht weniger regungslos zu sein. Bis auf meine Augen, die suchend durch das Klassenzimmer wandern, lässt sich nichts bewegen. Um mich herum ist alles geräuschlos. Ich höre nicht einmal die Worte meines Lehrers. Als würden meine Ohren schlafen. Doch plötzlich vernehme ich einen lauten Knall. Mein Blick trifft jeden meiner Klassenkameraden, dann sehe ich ihn. Er ist unser Klassensprecher. Ein hochgewachsener, vertrauenswürdiger, gut aussehender junger Mann, dem die Mädchen und Frauen zu Füßen liegen. Nun sitzt auf seinem Stuhl nur noch ein bluttriefender Rumpf. Sein Kopf ist einfach so geplatzt, wie eine Melone, die aus dem siebten Stock geworfen wurde. Hirn hat sich in tausend kleine Fetzen im ganzen Zimmer verteilt, welche nun klebrige rote Schleifspuren an den Wänden und der Decke hinterlassen. Sein Sitznachbar bleibt stumm neben seinem toten Freund sitzen, obwohl ihm gerade eine Welle frisch gezapftes Blut ins Gesicht klatschte und ihn in ein tiefes dunkles Rot tauchte. Unter den beiden bildet sich eine große süffige Lache, in dem kleine Bröckchen und Fetzen von Haut und Knochen schwimmen. Die Schädeldecke flog im Hohen Bogen durch die Luft und liegt nun vor den Füßen des Lehrers, der weiter seine Nase in das Buch, welches mittlerweile blutbefleckt ist,  steckt und vorliest. Er läuft, wie er es immer tut, wenn er etwas vorliest, durch das ganze Klassenzimmer, nur das er dieses mal beim Gehen geschickt den Schädelresten und Fleischstückchen, die auf dem Boden liegen, ausweicht. Als er neben dem toten Schüler steht, schaut er diesen mit leerem Blick an und legt ihm seine Hand auf die Schulter, an der noch ein Stück vom Ohr klebt. Während der Lehrer nach kurzer Zeit die Hand wieder langsam von der Schulter nimmt, fällt der übriggebliebene Rumpf wie in Zeitlupe vor die Füße des Lehrers, mit einem dumpfen Platsch in die Lache seines eigenen Blutes und gesellt sich dort zu seinen Schädelresten. Der Lehrer hat inzwischen seine Aufmerksamkeit wieder dem Buch gewidmet und während er über seinen leblosen Schüler steigt liest er weiter vor. Ich starre ihn an und vernehme ein leises Murmeln. Ich wende meinen Blick zur linken Tischreihe und bemerke, dass das Murmeln immer leiser wird und dafür eine Art Schmatzgeräusch immer lauter. Ich zwinge meinen Kopf mit aller Kraft sich ein Stück in diese Richtung zu drehen. Schräg von mir, da wo das Geräusch herkommt, sehe ich eine Klassenkameradin, die genüsslich an ihren Fingern kaut....... 

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