Dienstag, 18. Januar 2011

Das Mädchen mit dem Teddybären

Und nun eine weitere Geschichte von mir.... was soll ich dazu sagen, liest es einfach und sagt wir ihr es findet....



Das Mädchen mit dem Teddybären

Gute Nacht Mama, sage ich und die Tür meines Zimmers schließt sich. Wie jeden Abend liest mir meine Mama was aus einem Buch vor, gibt mir einen Kuss auf die Stirn und geht dann mit einem „Gute Nacht mein Schatz, schlafe schön und träume was Schönes“ aus meinem Zimmer. Heute hat sie mir die Geschichte von Alice im Wunderland vorgelesen. Das ist meine Lieblingsgeschichte. Ich könnt sie immer und immer wieder hören. Nach dieser Geschichte kann ich eigentlich immer gut schlafen, weil ich dann vom Wunderland träume. Doch heute bin ich viel zu aufgeregt um zu schlafen. Ich hab morgen nämlich Geburtstag. Dann bin ich endlich sechs Jahre alt. Alle meine Freunde kommen und wir gehen zusammen ins Freibad. Das wird bestimmt lustig. Mein neuer Papa sagte, wenn ich sechs Jahre alt werde, bin ich schon groß und gehe dann auch bald in die Schule, also kann ich ab dann auch wie ein großes Mädchen behandelt werden. Das finde ich richtig toll. Ich bekomme dann auch wöchentlich 1€ Taschengeld. Wenn ich spare kann ich mir was Schönes kaufen. Vielleicht so ein schönes Kleid wie Alice es immer trägt. Ja das wäre richtig toll. Wie gerne würde wie Alice durchs Wunderland laufen und viele schöne Abenteuer erleben. Wenn ich meine Augen schließe, dann sehe ich es immer ganz nah vor mir. Heute auch. Ein Mädchen steht in meinem Zimmer. Sie hat lange blonde gelockte Harre, in denen eine blaue Schleife steckt. Und sie hat ein wunderschönes blaues „Alice im Wunderland Kleid“ an. In den Armen hält sie einen Teddybären. Ich gucke sie lange an und lächle. Dieses Mädchen kommt seit mehreren Nächten zu mir. Ich weiß, dass ich das nicht träume, denn letzte Nacht bin ich aufgestanden und zu ihr gegangen. Ich konnte sie am Arm berühren als sie aus der Tür lief. Sie sieht genauso aus wie ich mir Alice im Wunderland immer vorgestellt habe. Heute möchte ich mit Alice spielen. Ich hab extra ein paar Puppen draußen liegen gelassen. Obwohl Mama immer möchte, dass ich abends vorm Schlafen alle Spielsachen in die Kiste tue. Wenn das Mädchen Lust hat, können wir ja Alice im Wunderland spielen. Das würde bestimmt richtig viel Spaß machen. Sie bewegt sich kein Stück. Auch jetzt nicht wo ich dicht vor ihr stehe. Sie drückt ihren Teddy ganz dolle und guckt mich traurig an. Wollen wir zusammen spielen? Alice nickt ein wenig. Toll. Ich nehme ihre Hand und gehe mit ihr zu meinen Puppen. Ich halt ihr die eine entgegen, doch sie schüttelt den Kopf und hält ihren Bären etwas hoch. Achso, du willst also lieber mit deinem Bärchen spielen, sage ich zu ihr. Aber sie sagt nichts. Ich nehme eine meiner Puppen in die Hand. Die hab ich vor kurzem von meinem neuen Papa bekommen. Ich spiele gerne mit ihnen. Von wem hast du denn deinen Bären bekommen? Du scheinst ihn sehr lieb zu haben oder? Alice guckt mich traurig an. Plötzlich wird ihr Blick ganz wütend und sie geht von mir weg. Was ist los? Doch sie antwortet nicht. Sie schaut traurig zu ihrem Teddybären und auf einmal zerrt sie an seinen Armen und Beinen, schüttelt ihn und wirft ihn  immer und immer wieder auf den Boden und tritt schließlich auf ihn drauf. Sie weint ganz doll und fängt an zu schreien. Ich bekomme Angst und renne zu meinem Bett. Das Mädchen reist an ihrem Teddy rum, bis er kaputtgeht. Sie schreit und weint. Trampelt auf dem Boden und fällt auf die Knie. Ihr weinen tut mir weh und als sie sich langsam beruhigt gehe ich zu ihr. Ich hab zwar immer noch Angst, aber ich kann sie doch jetzt nicht alleine lassen. Ihre Haare sind zerzaust, die Schleife hängt schief an ein paar Haaren und ihr Bärchen liegt zerrissen und getreten vor ihren Füßen. Ein Ohr ist ab und das linke Knopfauge hängt nur noch an einem Faden.

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